Der wichtigtste Raum in Deiner Wohnung ist das Schlafzimmer. Deswegen solltest Du bei der Gestaltungsplanung und bei der Budgetverteilung einen besonderen Fokus darauf haben.
Das Schlafzimmer als Dauer-Aufenthaltsraum
In keinem anderen Raum der Wohnung hältst Du Dich über einen so langen Zeitraum am Stück auf wie dort. Denk an die Zeit, die Du mit Schlafen verbringst. Du bekommst vermeintlich nicht viel mit in dieser Zeit, aber stimmt das wirklich?
Dein Schlafzimmer bekommt eine Menge mit von Deiner Schlafenszeit, nämlich eine Menge Wasserdampf, den Du ausatmest. Zwei Erwachsenen produzieren in einer Nacht ähnlich viel Wasserdampf, wie bei 30 Minuten heißem Dauerduschen entsteht. Stell Dir Dein Badezimmer nach diesem Zeitraum vor und dann überleg, wohin der Wasserdampf nachts in Deinem Schlafzimmer verschwinden kann.
Im Idealfall hast Du Deine Wandflächen mit Lehmputz oder Kalkputz gestaltet. Lehm und Kalk können schnell viel Feuchtigkeit aufnehmen und dann, wenn die Luftfeuchtigkeit im Raum sinkt, wieder an die Raumluft abgeben. So entsteht ein sehr gleichmäßiges Raumklima.

Foto: kaboompics.com

Ich erlebe es in Beratungsgesprächen häufig, dass meine Kunden die Überlegungen zur Schlafzimmergestaltung wegwischen mit dem Satz: „Da bin ich ja nur nachts.“ Oder: „Da steht soviel rum, dass ich überhaupt keine Lust habe, mich damit zu beschäftigen.“
Mir ist schon klar, dass es sich wenig repräsentativ anfühlt, das Schlafzimmer mit hochwertigen Materialien auszustatten. Es bekommt ja scheinbar niemand zu Gesicht.
Dreh den Gedankengang doch mal um: Du bist die ganze Nacht im Schlafzimmer. Also tust Du Dir etwas sehr Gutes, wenn Du gerade dort Wert auf hochwertige Materialien legst.
Das Schlafzimmer als Lagerraum?
Du tust Dir auch etwas sehr Gutes damit, das Schlafzimmer freizuräumen von allerlei Dingen, die scheinbar keinen anderen Platz haben als dort. Müssen das Bügelbrett, Reisetaschen, ein Fernseher und etliche aussortierte Klamotten, die irgendwie doch zu schade zum weggeben sind, wirklich im Schlafzimmer gelagert werden? Ich frage deshalb, weil es nicht egal ist, mit welchen Dingen Du Dich umgibst. Und auch im Schlaf haben Dinge eine Wirkung auf Dich. Je reduzierter das Schlafumfeld ist (also je weniger vollgestellt), desto besser wird Deine Schlafqualität.
Ich persönlich räume jeden Tag Dinge, die nicht ins Schlafzimmer gehören, wieder heraus. Ich sorge auch dafür, dass nur wenige angetragene Kleidungsstücke herumliegen. Kennst Du ihn auch, „Den Stuhl“? Die eine Sammelstelle, auf der sich Kleiderberge türmen, weil sie einerseits zu sauber zum Waschen und andererseits zu getragen für den Schrank sind?
Das Schlafzimmer: Dein zukünftiger Lieblingsraum
Die farbliche Gestaltung Deiner Räume hat ebenfalls einen Einfluss auf Dich. Verwende im Schlafzimmer Deine Lieblingsfarben. Und die Deines Partners. Kurzum: Überlegt Euch, mit welchen Farbtönen Ihr sehr glücklich seid und streicht sie dort. Es gibt nämlich neben dem Auge (das nachts geschlossen ist) einen Sinneskanal, über den Farbeindrücke ans Gehirn geleitet werden, und zwar auch beim Schlafen. Dieser Sinneskanal funktioniert übrigens auch bei Blinden. Mit diesem Wissen ist es Dir wahrscheinlich nicht mehr egal, wie Dein Schlafzimmer aussieht, oder?
Nimm Euer Schlafzimmer auch deswegen wichtig, weil es Euer Raum ist, der Raum der Zweisamkeit. Ja, vielleicht schlafen einige Zeitlang Eure Kinder mit im Schlafzimmer. Das ist völlig in Ordnung. Achte nur darauf, dass das Schlafzimmer nicht zum Kinderzimmer wird, weil sich dort Spielzeug türmt. Es ist Dein Raum und der Deines Partners.

Foto: kaboompics.com

Das Schlafzimmer: Störfaktoren minimieren
Spiegel reflektieren den Raum und auch Deine Bewegungen. Ist ein Spiegel genau gegenüber von Deinem Bett plaziert, etwa an einer Schranktür, reflektiert er nachts jede Deiner Bewegungen, die Du im Schlaf machst. Das bringt Unruhe in Deinen Raum und damit auch in deinen Schlaf. Denk darüber nach, ob es eine Möglichkeit gibt, den Spiegel entweder innen in einer Schranktür anzubringen oder in einem anderen Raum wie etwa dem Flur.
Wie sieht es mit elektronischen Geräten im Schlafzimmer aus? Hast Du einen Radiowecker, Nachttischlampen, das Ladegerät Deines Mobiltelefons oder einen Fernseher dort untergebracht? Jedes Stromkabel bildet ein elektromagnetisches Feld, das Deinen Schlaf negativ beeinflussen kann. Es gibt Menschen, gar nicht auf elektromagnetische Felder reagieren und Menschen, die sehr stark darauf reagieren (und alle Abstufungen dazwischen auch). Wenn Du Deine Schlafqualität verbessern möchtest, dann denk darüber nach, möglichst viel Elektronik aus dem Schlafzimmer auszuquartieren. Es gibt sicherlich Alternativen zum Radiowecker und ähnlichen Geräten.
Mir ist klar, dass es in diesem Artikel wenig um das eigentliche Thema Raumgestaltung ging, im Sinne von: welcher Farbton, welche Möblierung und welches Material zu bevorzugen sind. Der Maßstab ist wie immer Du und Dein Partner. Entwickle eine Gestaltung, die zu Euch beiden passt und gib der Ausstattung dieses Raums eine hohe Priorität und Qualität.
Aus meiner Sicht ist es gerade im Schlafzimmer wichtig, mögliche Störquellen zu minimieren. Auch das ist Raumgestaltung, wenn auch auf anderer Ebene als Du es vielleicht erwarten würdest.
Möchtest Du neue Artikel sofort lesen? Dann trag Dich gern in meinen Newsletter ein. Ich freue mich!

Hinterlassen Sie einen Kommentar